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Ratgeber · 01. Mai 2026

Elterngeld bei Auslandsaufenthalt und Grenzgänger 2026

Elterngeld 2026 bei Grenzpendlern, Entsendung ins Ausland, und EU-Koordinierung. Wann deutsches Elterngeld, wann ausländisches?

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01. Mai 2026

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24. Mai 2026

Aktualisiert

Elterngeld im Ausland – Grenzgänger 2026
Inhaltsverzeichnis

Elterngeld bei Auslandsaufenthalt 2026 – Grenzgänger und Entsendung

Stand: 24.05.2026. Anders als das Kindergeld ist das Elterngeld eine streng nationale Leistung — der Anspruch setzt nach § 1 BEEG einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland voraus. In EU-Konstellationen greift jedoch die Verordnung (EG) 883/2004 über die Koordinierung der Systeme der sozialen Sicherheit und verändert die Zuständigkeit teilweise grundlegend. Dieser Leitfaden zeigt, wann Grenzgänger trotz Wohnsitz in Deutschland deutsches Elterngeld erhalten, wie sich die Schweizer Mutterschaftsversicherung mit dem BEEG verzahnt und welche Fehler bei Entsendungen in Drittstaaten den Anspruch kosten.

Auf einen Blick

  • Rechtsgrundlage: § 1 BEEG (persönliche Voraussetzungen), § 2 BEEG (Bemessung), VO (EG) 883/2004 (EU-Koordinierung)
  • Wohnsitzpflicht: § 1 Abs. 1 Nr. 1 BEEG verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland — Ausnahmen bei Entsendung, EU-Koordinierung
  • Elterngeld 2026: 65–67 % vom Netto-Vorbezugseinkommen, Mindestbetrag 300 €, Höchstbetrag 1.800 € pro Monat (ElterngeldPlus: max. 900 €)
  • Einkommensgrenze 2026: bei zu versteuerndem Einkommen über 175.000 € (Paare) bzw. 150.000 € (Alleinerziehende) entfällt der Anspruch
  • Zuständige Stelle: Elterngeldstelle des jeweiligen Bundeslandes (Wohnsitz in DE), bei Auslandsbezug ergänzend die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA)
  • Letzte Aktualisierung: 24.05.2026

Rechtsgrundlagen: BEEG und EU-Koordinierung

Das Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) regelt in § 1 Abs. 1 die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen: Wohnsitz oder gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland, Betreuung des Kindes im eigenen Haushalt, höchstens 32 Wochenstunden Erwerbstätigkeit. Ohne diese drei Säulen kein Elterngeld — so weit die nationale Sicht.

Die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 durchbricht diese strikte Wohnsitzbindung in Grenzgänger-Konstellationen. Art. 67 VO 883/2004 stellt sicher, dass Familienleistungen (zu denen das Elterngeld nach Anhang XI der Verordnung zählt) auch dann gewährt werden, wenn Familienmitglieder in einem anderen Mitgliedstaat wohnen. Konkret bedeutet das: Wer in Deutschland erwerbstätig ist, kann unter Umständen auch dann deutsches Elterngeld beanspruchen, wenn der Wohnsitz im EU-Ausland liegt — und umgekehrt verliert ein Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland und Beschäftigung im EU-Ausland nicht automatisch den Anspruch.

Bei Drittstaaten (USA, Kanada, China, Indien) gibt es keine vergleichbare Koordinierung. Hier zählt allein das BEEG: Entsendung mit fortbestehender deutscher Sozialversicherung (A1-Bescheinigung der DVKA) erhält den Anspruch — ein dauerhafter Wegzug beendet ihn.

Elterngeld für Grenzpendler: Wohnen in Deutschland, Arbeiten im EU-Ausland

Wer in Deutschland wohnt und in der EU (oder Schweiz, EWR) arbeitet, unterliegt nach Art. 11 Abs. 3 lit. a VO 883/2004 dem Recht des Tätigkeitsstaats. Für das deutsche Elterngeld bedeutet das eine doppelte Prüfung:

  1. Hat der Tätigkeitsstaat eine vergleichbare Elterngeld-Leistung? Wenn ja, zahlt er primär.
  2. Wie hoch ist diese im Vergleich zum deutschen BEEG-Anspruch? Deutschland zahlt ggf. eine Aufstockung (Differenzleistung).

Fallbeispiel: Schmidt-Grenzgänger Deutschland-Schweiz

Anna Schmidt (32) wohnt in Lörrach (Baden-Württemberg) und arbeitet seit fünf Jahren in einer Basler Bank (Vollzeit, 95.000 CHF brutto). Im Oktober 2025 wird Tochter Mia geboren. Die Schweiz zahlt nach dem Erwerbsersatzgesetz (EOG) eine Mutterschaftsversicherung von 80 % des Bruttoeinkommens für 14 Wochen (bis zur Höchstgrenze von 220 CHF/Tag). Nach diesen 14 Wochen endet die Schweizer Leistung — ein Elterngeld nach deutschem Vorbild existiert in der Schweiz nicht.

Für Anna Schmidt heißt das: Die ersten 14 Wochen erhält sie die schweizerische Mutterschaftsentschädigung. Ab der 15. Woche kann sie deutsches Elterngeld nach § 1 BEEG beantragen, da sie ihren Wohnsitz in Deutschland hat und in einem EU-koordinierten Staat erwerbstätig ist. Die Bemessungsgrundlage ist allerdings tückisch: Das deutsche Einkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt war minimal (sie arbeitete ja in der Schweiz), das schweizerische Einkommen wird nach dem fiktiven Netto-Verfahren des § 2c BEEG umgerechnet. Die Elterngeldstelle berechnet das Schweizer Bruttogehalt nach deutschen Steuerklassen-Annahmen — was zu einem deutlich anderen Ergebnis führen kann als der Schweizer Nettobetrag.

Fallbeispiel: Becker-Entsendung Deutschland-Frankreich

Markus Becker (39) wird vom deutschen Maschinenbauer Vogel & Söhne für drei Jahre nach Lyon entsandt. Tochter Mathilde wird während der Entsendung geboren. Da Becker dank A1-Bescheinigung weiterhin in der deutschen Sozialversicherung bleibt und sein Wohnsitz formal in Deutschland erhalten bleibt (Vermietung der Wohnung mit Rückkehrklausel, weiterhin gemeldet), greift § 1 BEEG. Frankreich zahlt ergänzend die Prestation partagée d'éducation de l'enfant (PreParE) — eine pauschale Leistung von 398,40 € monatlich für maximal 24 Monate (bei nur einem Kind 6 Monate). Diese Leistung wird auf das deutsche Elterngeld nach § 3 Abs. 1 BEEG angerechnet.

Entsendung in Drittstaaten (USA, Kanada, Indien, China)

Wer von einem deutschen Arbeitgeber in ein Nicht-EU-Land entsandt wird, unterliegt weiterhin deutschen Sozialversicherungsgesetzen, wenn vier Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Entsendung ist befristet (typischerweise 24 Monate, mit Verlängerungsmöglichkeit auf bis zu 60 Monate nach Ausnahmevereinbarung)
  • Arbeitgeber sitzt in Deutschland und führt das Arbeitsverhältnis fort
  • A1-Bescheinigung (innerhalb EU/EWR) bzw. Entsendebescheinigung nach bilateralem Abkommen (USA: USA/D-101) wurde ausgestellt
  • Wohnsitz in Deutschland wird nicht förmlich aufgegeben (Wohnung bleibt mietweise oder Eigentum, Familie kehrt regelmäßig zurück)

Sind diese Voraussetzungen erfüllt, bleibt das deutsche Elterngeld vollständig anwendbar. Die Bemessung erfolgt nach dem im Inland erzielten Einkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt — also dem Einkommen, das während der Entsendung weiterhin über die deutsche Lohnabrechnung läuft.

Ohne A1- bzw. Entsendebescheinigung wird der Arbeitnehmer in der Regel im Tätigkeitsland sozialversicherungspflichtig, und der deutsche Elterngeldanspruch erlischt mit dem Tag der Aufgabe des deutschen gewöhnlichen Aufenthalts.

Vergleich europäischer Elterngeld-Systeme

Die Höhe und Dauer der Elterngeld-äquivalenten Leistungen variiert in Europa erheblich. Die folgende Tabelle bietet einen Überblick über die wichtigsten Tätigkeitsstaaten für deutsche Grenzpendler:

Land Elterngeld-Äquivalent 2026 Max. Dauer Anrechnung auf DE-Elterngeld?
Deutschland (BEEG) 65–67 % Netto, 300–1.800 € 14 Monate Basis, 28 Mo. ElterngeldPlus
Österreich Pauschalkonto 14.400 € oder einkommensabhängig 80 % bis 76 €/Tag 12–35 Monate Ja, anrechenbar
Schweiz Mutterschaftsentschädigung 80 % brutto, max. 220 CHF/Tag 14 Wochen Ja, anrechenbar
Schweden Föräldrapenning 80 % brutto 480 Tage (16 Monate) Ja, anrechenbar
Frankreich PreParE 398,40 €/Monat 6–24 Monate Ja, anrechenbar
Niederlande Geboorteverlof 70 % brutto 6 Wochen Vater + 9 Wochen Mutter Ja, anrechenbar
Luxemburg Congé parental: 1.985 €/Monat Vollzeit 4–6 Monate Ja, anrechenbar
Polen Zasiłek macierzyński 81,5 % brutto 32 Wochen (Erstgeburt) Ja, anrechenbar

Hinweis: Die Beträge sind zum Stand 2025/2026 erhoben und schwanken jährlich. Die genaue Anrechnung erfolgt durch die zuständige Elterngeldstelle nach Vorlage der Bescheinigungen des ausländischen Trägers.

Was passiert, wenn... — fünf typische Edge Cases

1. Auslandsstudium der Mutter mit anschließender Rückkehr: Eine Mutter, die während ihres Auslandsstudiums (z. B. in Madrid) ein Kind bekommt und anschließend nach Deutschland zurückkehrt, hat in Deutschland Anspruch auf Elterngeld, wenn sie zum Zeitpunkt der Antragstellung wieder Wohnsitz und gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat. Die Bemessung kann jedoch problematisch sein, wenn in den letzten 12 Monaten vor der Geburt kein deutsches Einkommen erzielt wurde — in diesem Fall bleibt nur der Mindestbetrag von 300 €.

2. Beide Elternteile arbeiten in verschiedenen EU-Ländern: Arbeitet Vater in Deutschland und Mutter in Frankreich, gelten die Prioritätsregeln des Art. 68 VO 883/2004. In der Regel zahlt das Land, in dem die Kinder wohnen, vorrangig — wohnt die Familie in Deutschland, leistet Deutschland primär und Frankreich ergänzend.

3. Pflichtversicherung außerhalb EU ohne A1: Wer ohne A1-Bescheinigung ins Nicht-EU-Ausland geht und sich dort der lokalen Sozialversicherung anschließt, verliert in der Regel den deutschen Elterngeldanspruch — auch wenn formal noch ein Wohnsitz in Deutschland besteht. Die Elterngeldstelle prüft, ob der gewöhnliche Aufenthalt tatsächlich im Inland liegt.

4. Doppelbesteuerung und Doppelbezug: Doppelbezug ist nach § 3 Abs. 1 BEEG ausgeschlossen. Erhält ein Elternteil eine ausländische Elterngeld-äquivalente Leistung, wird diese auf das deutsche Elterngeld angerechnet — und zwar in voller Höhe des umgerechneten Eurobetrags, einschließlich anteiliger Pauschalleistungen wie der französischen PreParE. Die Anrechnung erfolgt monatsgenau.

5. Wechsel des Tätigkeitsstaats während des Bezugszeitraums: Wechselt ein Grenzgänger während des Elterngeldbezugs den Tätigkeitsstaat — etwa von Luxemburg in die Schweiz —, ändert sich die primäre Zuständigkeit nach VO 883/2004 oft mit dem Tag des Wechsels. Eine Mitteilung an die Elterngeldstelle innerhalb eines Monats ist Pflicht (§ 9 BEEG); andernfalls drohen Rückforderungen.

Behördenweg und Formulare

Bei Auslandsbezug läuft der Elterngeldantrag über die Elterngeldstelle des Bundeslandes, in dem der Wohnsitz in Deutschland liegt. Bei der Antragstellung sind ergänzend folgende Unterlagen einzureichen:

  1. Standard-Antrag auf Elterngeld (länderspezifisches Formular, z. B. ElterngeldDigital für mehrere Bundesländer)
  2. Bescheinigung des ausländischen Trägers über bezogene oder beantragte Familienleistungen (Formular E 411 oder PD U009 bei EU/EWR)
  3. A1-Bescheinigung (bei EU/EWR-Entsendung) oder bilaterale Entsendebescheinigung (Drittstaaten)
  4. Lohnabrechnungen der letzten 12 Monate in der Originalwährung; die Elterngeldstelle rechnet bei Bedarf in Euro um
  5. Nachweis über den Beschäftigungsstatus im Tätigkeitsstaat (Arbeitsvertrag, Lohnbescheinigung)
  6. Geburtsurkunde des Kindes (bei Geburten im Ausland: internationale Geburtsurkunde, ggf. Apostille)

In komplexen Fällen koordiniert die Elterngeldstelle mit der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) in Bonn — diese ist auch zuständig für die Ausstellung der A1-Bescheinigung. Die Bearbeitungszeit verlängert sich bei EU-Koordinierungsfällen typischerweise auf drei bis sechs Monate.

Häufige Ablehnungsgründe — vier typische Fehler

  • Wohnsitz nicht überzeugend dokumentiert: Bei Auslandsentsendungen fordert die Elterngeldstelle Belege für den fortbestehenden gewöhnlichen Aufenthalt — Vermietung mit Rückkehrklausel, weiterhin geführtes Bankkonto, regelmäßige Aufenthalte. Eine reine Meldebescheinigung genügt häufig nicht.
  • A1-Bescheinigung fehlt oder wird verspätet beantragt: Ohne A1-Bescheinigung wird die Sozialversicherungspflicht im Tätigkeitsstaat aktiv, und der deutsche Elterngeldanspruch entfällt. Die A1 ist vor Ausreise beim Rentenversicherungsträger oder der DVKA zu beantragen.
  • Anrechnung ausländischer Leistung übersehen: Wer parallel deutsche und ausländische Elterngeld-Äquivalente bezieht, ohne dies der deutschen Stelle zu melden, riskiert eine Rückforderung der überzahlten Beträge zuzüglich Zinsen.
  • Bemessungsgrundlage falsch eingeschätzt: Bei Grenzgängern wird das im Tätigkeitsstaat erzielte Einkommen auf das deutsche fiktive Netto umgerechnet — das Ergebnis weicht oft deutlich vom tatsächlichen Nettoeinkommen ab. Eine Vorabprüfung mit dem Rechner und ggf. eine Beratung lohnen sich.

Bezugnahme zum Rechner und nächste Schritte

Die zu erwartende Elterngeldhöhe — auch in Grenzgänger-Konstellationen — lässt sich vorab mit dem Elterngeld-Rechner prüfen. Die Bemessungsgrundlage berücksichtigt verschiedene Einkommensszenarien einschließlich Selbstständigkeit, Mutterschaftsgeld-Bezug und unterschiedliche Steuerklassen. Für eine ergänzende Berechnung des Kindergeldes inklusive Differenzkindergeld bei EU-Beschäftigung hilft der Kindergeld-Rechner.

Weiterführende Leitfäden:

Hinweis: Diese Information ersetzt keine Rechtsberatung. Insbesondere bei Konstellationen mit Drittstaaten, fiktiver Netto-Bemessung oder Wechsel des Tätigkeitsstaats während des Bezugs empfiehlt sich eine direkte Beratung durch die Elterngeldstelle oder einen auf internationales Sozialrecht spezialisierten Steuerberater.

Quellen

  • §§ 1, 2, 2c, 3, 9 BEEG (gesetze-im-internet.de)
  • Verordnung (EG) Nr. 883/2004, insbesondere Art. 11, 67, 68 (EUR-Lex)
  • Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) — Elterngeld-Broschüre 2026
  • Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) — A1-Bescheinigung
FAQ08

Häufige Fragen

Q.01Habe ich als Grenzpendler Anspruch auf deutsches Elterngeld?
Ja, in der Regel. Wer in Deutschland wohnt und in einem EU-/EWR-Staat oder der Schweiz arbeitet, fällt unter die Koordinierungsverordnung 883/2004. Primär zuständig ist der Tätigkeitsstaat — gibt es dort eine Elterngeld-äquivalente Leistung, zahlt diese zuerst. Deutschland leistet ergänzend eine Aufstockung, wenn das deutsche Elterngeld höher wäre. In der Schweiz endet die Mutterschaftsversicherung nach 14 Wochen; ab der 15. Woche kann deutsches Elterngeld beantragt werden. Die Bemessung erfolgt nach dem im Tätigkeitsstaat erzielten Einkommen, das nach § 2c BEEG auf ein fiktives deutsches Nettoeinkommen umgerechnet wird. Das Ergebnis kann erheblich vom tatsächlichen Nettogehalt im Tätigkeitsstaat abweichen.
Q.02Wie hoch ist das Elterngeld 2026 und was ist die Einkommensgrenze?
Das Basiselterngeld beträgt 65–67 % des Netto-Vorbezugseinkommens, mindestens 300 € und höchstens 1.800 € pro Monat. ElterngeldPlus halbiert die Beträge auf 150–900 €, läuft dafür doppelt so lange. Wer ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 175.000 € (Paare) bzw. 150.000 € (Alleinerziehende) im Jahr vor der Geburt hat, verliert den Anspruch vollständig. Diese Grenze gilt seit dem 1. April 2024 und wurde mit dem Bundeshaushalt 2024 weiter abgesenkt. Bezugsmonate: maximal 14 Basismonate für Paare (12 für ein Elternteil + 2 Partnermonate) oder 28 ElterngeldPlus-Monate. Bei Mehrlingen und Geschwisterbonus gibt es Zuschläge.
Q.03Was passiert mit dem Elterngeld bei Entsendung in die USA?
Eine Entsendung in die USA durch einen deutschen Arbeitgeber erhält den Elterngeldanspruch, wenn vier Voraussetzungen erfüllt sind: erstens befristete Entsendung (typischerweise bis 24 Monate, verlängerbar), zweitens fortbestehendes Arbeitsverhältnis mit dem deutschen Arbeitgeber, drittens Entsendebescheinigung USA/D-101 nach dem deutsch-amerikanischen Sozialversicherungsabkommen, viertens kein förmlicher Wegzug aus Deutschland (Wohnung bleibt erhalten, Familie kehrt regelmäßig zurück). Sind alle vier Voraussetzungen erfüllt, läuft das Gehalt weiterhin über die deutsche Lohnabrechnung, und die Bemessung des Elterngeldes erfolgt nach dem Inlandseinkommen der letzten 12 Monate vor Geburt — ohne Umrechnungsverluste.
Q.04Wird ausländisches Elterngeld auf das deutsche Elterngeld angerechnet?
Ja, nach § 3 Abs. 1 BEEG werden ausländische Elterngeld-äquivalente Leistungen vollständig auf das deutsche Elterngeld angerechnet. Maßgeblich ist der Eurobetrag, der dem Elternteil aus dem Tätigkeitsstaat zufließt — bei Pauschalleistungen wie der französischen PreParE (398,40 €) wird der Pauschalbetrag monatsgenau abgezogen. Erhält der Elternteil aus Frankreich also 398,40 € PreParE und hätte in Deutschland 1.200 € Elterngeld, zahlt die deutsche Elterngeldstelle 801,60 € Differenz. Doppelbezug ohne Anrechnung ist nicht zulässig — wer die ausländische Leistung der deutschen Stelle nicht meldet, riskiert Rückforderungen plus Zinsen. Die Anrechnung gilt auch für die Schweizer Mutterschaftsentschädigung in den ersten 14 Wochen.
Q.05Was ist die A1-Bescheinigung für das Elterngeld?
Die A1-Bescheinigung weist nach EU-Verordnung 883/2004 nach, dass ein Arbeitnehmer trotz Auslandseinsatz weiterhin dem deutschen Sozialversicherungssystem unterliegt. Für das Elterngeld ist sie indirekt relevant: Sie sichert, dass die Sozialversicherungspflicht in Deutschland verbleibt — und damit auch die Anwendbarkeit deutschen Sozialrechts einschließlich des BEEG. Ausgestellt wird die A1 durch die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) in Bonn oder durch den zuständigen Rentenversicherungsträger. Gültigkeit grundsätzlich bis zu 24 Monate, verlängerbar auf bis zu 60 Monate nach Ausnahmevereinbarung. Bei Drittstaaten gibt es analoge Entsendebescheinigungen aus bilateralen Sozialversicherungsabkommen (z. B. USA/D-101).
Q.06Welche Elterngeldstelle ist bei Auslandsbezug zuständig?
Zuständig ist die Elterngeldstelle des Bundeslandes, in dem der Antragsteller seinen Wohnsitz in Deutschland hat. Bei Grenzgängern und Entsendeten ist das in der Regel die Elterngeldstelle am früheren Wohnsitz — bei mehreren möglichen Wohnsitzen die Stelle des überwiegenden Aufenthalts. In komplexen EU-Fällen koordiniert die Elterngeldstelle mit der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland (DVKA) in Bonn. Die Bearbeitungszeit beträgt bei Auslandsbezug typischerweise drei bis sechs Monate, da Bescheinigungen vom ausländischen Träger eingeholt werden müssen. Eine frühe Antragstellung — möglichst vor der Geburt — verhindert Liquiditätsengpässe in den ersten Monaten.
Q.07Wie wird das Schweizer Einkommen für die Elterngeld-Bemessung umgerechnet?
Das in der Schweiz erzielte Bruttoeinkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt wird zunächst in Euro umgerechnet (Tageskurs der Europäischen Zentralbank am Tag der Lohnzahlung). Anschließend ermittelt die Elterngeldstelle nach § 2c BEEG ein fiktives deutsches Nettoeinkommen — also den Betrag, der nach deutschen Steuerklassen, Sozialversicherungsbeiträgen und Pauschalen netto übrig bliebe. Da die Schweiz deutlich niedrigere Steuern und Sozialabgaben als Deutschland hat, kann das fiktive deutsche Netto erheblich unter dem tatsächlichen Schweizer Netto liegen. Konsequenz: Das Elterngeld fällt geringer aus als erwartet. Vor der Antragstellung lohnt eine Beratung — die Schweizer Mutterschaftsentschädigung läuft unabhängig davon weiter.
Q.08Kann ich Elterngeld bekommen, wenn ich während des Auslandsstudiums ein Kind bekomme?
Ja, wenn Sie zum Zeitpunkt der Antragstellung Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland haben (§ 1 BEEG). Wer während eines Studiums in Madrid oder Stockholm ein Kind bekommt und anschließend nach Deutschland zurückkehrt, erfüllt die Wohnsitzvoraussetzung — aber die Bemessungsgrundlage kann problematisch werden. Wurde in den 12 Monaten vor der Geburt kein deutsches Einkommen erzielt, bleibt nur der Mindestbetrag von 300 € pro Monat. Wer während des Studiums neben dem Hörsaal in Deutschland geringfügig beschäftigt war, kann diese Einkünfte in die Bemessung einbeziehen — die genaue Berechnung erfolgt durch die Elterngeldstelle anhand der Lohnsteuerbescheinigungen. Auch hier hilft eine Vorabprüfung mit dem Elterngeld-Rechner.

Redaktion

Redaktion Familienrecht

Recherche & Fachredaktion Familienleistungen

Unsere Fachredaktion prüft alle Beträge und Rechtsgrundlagen vor Veröffentlichung anhand offizieller Quellen: Gesetze-im-Internet (EStG, BEEG, BKGG, UhVorschG), Bundesagentur für Arbeit, BMFSFJ und das familienportal.de. Gesetzesänderungen werden innerhalb von 30 Tagen nach Inkrafttreten in den Rechnern abgebildet.

Faktencheck:Redaktion FaktencheckQuellenprüfung & redaktionelle Qualitätssicherung

Stand dieser Version:24. Mai 2026

Redaktionell recherchiert und geprüft. Keine Rechtsberatung iSv § 2 RDG.

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